24. Oktober 2016

»Ausgerechnet den?« von Susan Elizabeth Phillips

Pheobe Somerville ist überhaupt nicht begeistert, das Footballteam zu erben. Ihr verstorbener Vater hat es ihr offiziell nämlich nur für ein Jahr vererbt, es sei denn ihr Team gewinnt die Saison – was unmöglich erscheint -, um sie dazu zu zwingen, einen geregelten Tagesablauf zu haben und richtig zu arbeiten.

Das kommt für die kunstliebende, freigeistige Pheobe aber so gar nicht infrage, weshalb sie sich strikt weigert, den Forderungen des Erbes nachzukommen.

Bis Dan auftaucht. Als Coach der Chicago Stars liegt ihm natürlich viel daran, dass die neue Chefin an ihrem Schreibtisch sitzt und erforderliche Dokumente unterschreibt, damit er vernünftig arbeiten kann. So geraten die beiden immer wieder aneinander. Sie können sich absolut nicht ausstehen, fühlen sich aber dennoch zueinander hingezogen.

 

Handlung & Umsetzung

Der Roman beginnt mitten in der Handlung ohne viel Vorspiel, sodass man direkt in die Geschichte gezogen wird. Die Handlung reißt einen mit, sodass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann.

Immer wieder gibt es Spannungsmomente, wie das Zusammentreffen von Pheobe und Dans Exfrau, oder Pheobes erste Tage im Footballreich, in dem sie sich so überhaupt nicht auskennt. Schmunzeln bis Lachen ist auf jeden Fall vorprogrammiert.

Erst gegen Ende gibt es ein paar Kleinigkeiten, die ich als eher störend empfand. Denn dort warten die Schocknachrichten nur aufeinander und überschlagen sich beinahe, wodurch eine davon quasi in Vergessenheit gerät bzw. ihre Bedeutung für die Handlung geschmälert wird.

Besonders gut gefallen an diesem Roman hat mir, dass es – untypisch für Phillips – keine Nebenhandlung gibt. Es geht wirklich ausschließlich um Pheobe und Dan, und nicht noch zusätzlich um ihre Eltern, Freunde oder andere Verwandte. Allerdings hat die Geschichte dadurch auch ein klein wenig 0815-Charakter bekommen, da es ein Liebespaar gibt, das zueinanderfinden muss, eine Exfrau, eine andere potenzielle Liebhaberin und einen Antagonisten, der Pheobe dazu nutzen will, Dan zu schaden.

 

Charaktere

Bei Phillips geht es immer um Protagonistinnen, die anfangs sehr schwach sind und dann über sich hinaus wachsen. So ist es in »Ausgerechnet den?« ebenfalls, auch wenn Pheobe anfangs alles andere als schwach wirkt. Sie erscheint wie eine gestandene Frau, die die Welt kennt und die nichts unterzukriegen scheint.

Es dauert aber nicht lange, bis der mürrische Dan hinter ihre Fassade blicken kann. Dennoch haben die beiden ein Talent dafür, sich gegenseitig misszuverstehen. Erst recht spät merken sie, dass sie eigentlich genau das selbe wollen.

Ein wahrer Schatz ist auch Pheobes Halbschwester Molly, die ich schon aus einem anderen Buch der Autorin kenne. Hier ist sie aber erst süße 15 Jahre alt und deshalb macht es unglaublich viel Spaß, ihre Entwicklung zu beobachten.

 

Schreibstil & Gestaltung

Alle Susan Elizabeth Phillips-Romane bekommen gerade nach und nach ein neues Gewand. So bin ich auch auf »Ausgerechnet den?« Aufmerksam geworden. Mir gefällt das neue Cover an sich sehr gut, weil es so hell und freundlich wirkt. Leider passt die Frau darauf äußerlich überhaupt nicht zur weiblichen Protagonistin.

Der Schreibstil von Phillips ist wie immer toll, wenn auch anfangs etwas ungewöhnlich. Doch spätestens im zweiten Kapitel wird man mit dem bekannten Stil der Autorin belohnt.

Allerdings ist die Übersetzung etwas eigentümlich. Da das Buch im Deutschen zum ersten Mal 2002 erschienen ist, ist es wohl normal, dass die Sprache etwas veraltet wirkt, allerdings hätte man das mit dem Ändern des Covers anpassen können. Denn so Ausdrücke wie „Ronnies Spezi“ oder der angesetzte Dialekt der gesamten Footbaalspieler fügen sich eindeutig nicht mehr in die heutige Zeit.

 

Fazit

Die eigentümliche Übersetzung von »Ausgerechnet den?« macht es einem teilweise ein bisschen schwer, das Buch in vollen Zügen zu genießen und auch die geballten Schocknachrichten gegen Ende reizen das Lesergemüt sehr, dennoch macht das Buch sehr viel Spaß. Die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz und man möchte die Lektüre kaum noch aus der Hand legen

 

 

tolles Leseerlebnis

 

 

Weitere rezensierte Bücher der Autorin

 

 

 


 

»Ausgerechnet den?« von Susan Elizabeth Phillips

blanvalet | 2001 | 480 Seiten

Reihe: Chicago Stars (Band 1) | Originaltitel: It had to be you

erhältlich als Taschenbuch | eBook

 


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen