7. November 2016

»Ein wenig Glück« von Claudia Pineiro

Ein Bahnübergang, eine heruntergelassene Schranke, ein blinkendes rotes Licht und kein Zug. Drei, fünf, acht Minuten … und kein Zug. Mary Lohan hat ihren sechsjährigen Sohn, Federico, und Juan, seinen Schulfreund, im Auto. Sie wollen ins Kino. Ihr Auto ist das dritte in der Warteschlange. Der erste Wagen umfährt die Schranke und überquert die Gleise, der zweite ebenso. Die Kinder singen vergnügt, der Filmbeginn rückt näher und kein Zug ist in Sicht. Also los, auch sie wird es wagen. Die Schranke ist schon lange ein Ärgernis. Ob ein Zug überhaupt kommt, ist ungewiss.

Zwanzig Jahre nach der Katastrophe kehrt Mary zurück in die Vergangenheit, aus der sie geflohen ist.

Zwischen herbeigesehnten Begegnungen und erschütternden Enthüllungen begreift sie endlich, dass ihre Rückkehr vielleicht so etwas wie ein wenig Glück bedeutet.

 

Handlung & Umsetzung

Durch den Prolog wird man direkt in die Handlung geworfen. Es wird angeschnitten, was vor Jahren passiert wird, und die Protagonistin wird wieder mit diesem schicksalshaften Tag konfrontiert. Dadurch dass der Prolog immer wieder wiederholt wird und sich nur durch kleine Ergänzungen, wie zum Beispiel der Geruch der Situation, von den vorangegangenen Versionen unterscheidet, macht es die Geschichte noch spannender.

So richtig interessant wird es dann bei der Wendung, dass sie tatsächlich wiedererkannt wird, als sie in ihre alte Heimat zurückkehrt. Völlig unerwartet, weil sie sich eigentlich sehr verändert hat. Das konfrontiert sie einmal mehr mit der Vergangenheit.

 

Charaktere

Von den Charakteren erfährt man nicht allzu viel, weil es vordergründig um Gedanken und Gefühle geht. Am meisten um die Gedanken und Gefühle der Protagonistin, die widerstreitend sind und dem Leser erst im Lauf der Geschichte so richtig klarwerden.

 

Schreibstil & Gestaltung

Unter normalen Umständen wäre mir dieses Buch wahrscheinlich gar nicht aufgefallen, weil ich es äußerlich nicht sonderlich ansprechend finde. Und auch der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, weil die Geschichte fast ausschließlich im Fließtext geschrieben ist.

So werden die Gedanken und Gefühle der Protagonistin wie in einem Tagebuch beschrieben. Auf Dauer können die fehlenden Absätze etwas anstrengend sein, aber man gewöhnt sich recht schnell daran.

 

Fazit

»Ein wenig Glück« ist ein tolles Buch über Gefühle und darüber, wie sehr einen die Vergangenheit beeinflussen kann. Die Protagonistin kämpft anfangs noch dagegen an, merkt jedoch bald, dass sie sich ihr stellen muss, um eine Zukunft zu haben.

 

 

lesenswert

 

 


 

»Ein wenig Glück« von Claudia Pineiro

Unionsverlag | 2016 | 224 Seiten

Einzelband | Originaltitel: una suerte peguene

erhältlich als Hardcover | eBook

 


2 Comments

  • Wunyo sagt:

    Bei deinem Fazit "Ganz nett" musste ich sehr schmunzeln 😀 So von wegen: Nett ist die kleine Schwester von… xD
    Ich glaube, das Buch ist nichts für mich, wobei ich den Klappentext schon interessant fand. Nur brauch ich momentan eher leichte Kost.

    • Kate sagt:

      Ich hatte die Befürchtung, dass man es so verstehen könnte xD Aber mir ist einfach keine besser klingende Alternative eingefallen 🙁
      Das Buch ist nicht übermäßig anspruchsvoll, aber leichte Kost ist es definitiv auch nciht. Aber ich kenn das. Mir geht es gerade ähnlich. Vielleicht geht der "Leichte Kost"-Virus um 😀

      Liebste Grüße & noch eine schöne Woche ♥

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