28. April 2017

»Tote Mädchen lügen nicht« von Jay Asher

Wer hat den Hype um »Tote Mädchen lügen nicht« nicht mitbekommen? Jeder möchte es lesen, jeder möchte die Serie schauen. Dabei geht es um ein so trauriges und ernstes Thema.
Auch ich gehöre zu den Netflix-Junkies, die es kaum abwarten können, die Serie endlich zu schauen. Aber vorher musste natürlich das Buch gelesen werden.

Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf »Play« – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon …

Ich überlege schon die ganze Zeit, wie ich diese Rezension schreiben soll. Wie ich meine Meinung zu diesem Buch, das so bedeutend in der heutigen Zeit ist, in Worte fassen soll. Denn »Tote Mädchen lügen nicht« ist nicht einfach nur unterhaltend. Es befasst sich mit einem ernsten Thema, das unbedingt zum Nachdenken anregen muss.

 

Kassette um Kassette

Die Kapitel sind genau in die jeweiligen Seiten der Kassetten, also in die unterschiedlichen Personen, um die es darauf geht, eingeteilt. Dadurch hat man immer wieder kurze Verschnaufpausen, bevor man sich der nächsten schockierenden Geschichte widmen muss.

Und schockierend sind sie von Anfang an. Denn schon die erste Kassettenseite bringt eine Tat auf, die einem jungen Mädchen ganz schön zusetzen kann. Man leidet mit Hannah mit und würde am liebsten selbst eingreifen. Nicht nur am Anfang, sondern immer wieder.

 

Mobbing: So ein alltägliches Thema

Zwischendrin sind die Geschichten um das Geschehene nicht mehr ganz so schlimm, im Vergleich zu den ersten beinahe harmlos. Das ist es wohl auch, was sich Hannahs Mitschüler gedacht haben. »Das ist alles harmlos. Wir tun nichts schlimmes.« Sie denken sich nichts bei ihren Scherzen oder ihrer Prahlerei auf Hannahs Kosten. Denn wer könnte denken, dass sich in Hannah all diese Situationen ansammeln zu einem riesigen Klumpen aus Hass und Einsamkeit. Selbst als Leser dauert es eine Weile, bis man sich bewusst wird, wie schlimm es um Hannahs Befinden wirklich steht.

 

Dramatisch, aber nicht unerwartet

Dieses Buch gipfelt in einem dramatischen Ende, das mich sprachlos zurückgelassen hat. Denn es ist Hannahs Ende. Man erlebt es nicht genau mit, aber man erlebt mit wie sie den letzten Funken Hoffnung verliert. Wie sie aufgibt.
»Tote Mädchen lügen nicht« kann noch mit einem kleinen Happy End aufwarten. Mir ist bewusst, dass ein richtiges Happy End nicht zu dieser Geschichte passt, aber dieses Pseudo Happy End ist ehrlich gesagt nur wenig Trost.

 

Fazit

»Tote Mädchen lügen nicht« ist eine spannende Geschichte über ein Mädchen, das nach und nach den Glauben an ihre Mitmenschen und all ihre Hoffnung verliert. Es gibt nichts mehr, woran sie glauben kann und das zerstört sie vollkommen.
Dramatisch wird ihre Geschichte erzählt, aber sie rüttelt einen wach. Manchmal sollte man sich nicht auf das Offensichtliche konzentrieren, sondern auf die Details achten.

 

 

tolles Leseerlebnis

 

 

 

Passend dazu

Buch und Serie im Vergleich

 

 

Rezensionen anderer Blogger

thousand pages of a fangirl

 

 


 

»Tote Mädchen lügen nicht« von Jay Asher

cbt | 2012 | 288 Seiten

Originaltitel: Thirteen Reasons Why

erhältlich als Taschenbuch | eBook | Hörbuch

Filmausgabe | eBook

 


4 Comments

  • Huhu Kate!
    Ich bin wirklich zwiegespalten, was dieses Buch angeht. Das gibt es nun ja schon eine ganze Weile. Nun bekommt es seinen Hype eben durch die TV-Serie (die ich nicht gesehen habe, wenn ich ehrlich bin).
    Als ich es gelesen hab, war meine Meinung nicht ganz so euphorisch. Anfangs war es wirklich spannend, aber dann wurde es doch etwas… ach ich weiß nicht… da muss man mental schon sehr instabil sein.
    Man kann das ja sehen, wie man will, aber die Kritik, die da momentan durch die Social Media Kanälen geht kann ich nicht nachvollziehen. Darf man nun nicht mehr über Selbstmord schreiben, weil man befüchten muss, labile Jugendliche würden auf dumme Gedanken kommen? Wollen wir als nächstes blutrünstige Thriller auseinandernehmen, weil sie gewaltverherrlichend sind? Ach, da könnte ich mich in Rage quatschen 😀

    Alles Liebe, Nelly

    • Kate sagt:

      Hallöchen,
      zur Serie kann ich auch noch nichts sagen. Die hab ich ebenfalls noch nicht geschaut.
      Euphorisch bin ich auch nicht wirklich. Ich finde das Buch emotional, eigentlich eher tragisch, vor allem wenn am Ende alle Fäden zusammenfließen. Aber ja, ich finde auch, dass das Buch zwischendrin nachgelassen hat.
      Leider, leider ist das bei solchen Themen ja immer so. Ich finde das Buch toll, weil es zum Nachdenken anregt. Man merkt, dass etwas winzig kleines, was man vielleicht vollkommen unbedacht getan oder gesagt hat, eine Lawine nach sich ziehen kann. Und ich denke, genau das ist das Ziel des Buches.
      Wenn so ein Buch Menschen dazu anstecken soll, sich umzubringen, darf kein Teenymütter mehr ausgestrahlt werden oder sexhaltige Werbung, weil das gerade Jugendliche zum Beispiel auch aufstachelt und in eine falsche Richtung lenken könnte.

      Schade, dass immer wieder gegen Bücher "gehetzt" wird, die eigentlich einen guten Sinn haben.

      Liebste Grüße ♥

  • Hi Kate!

    Ok, du hast mich überzeugt 🙂 Das Buch hab ich ja eh hier, meine Kinder haben es schon gelesen, und ich werd mich da wohl auch dran setzen. Ich bin jetzt wirklich gespannt, wie es auf mich wirken wird. Ein bisschen hat sich mein Gefühl dazu nach der Serie jetzt "gesetzt" – es war schon sehr heftig, gerade gegen Ende, aber ich möchte jetzt doch auch das ganze in Buchform auf mich wirken lassen.

    Gerade weil du geschrieben hast, dass ja in der Serie einige Dinge genannt werden, die im Buch weg bleiben und anders herum.

    Liebste Grüße, Aleshanee

    • Kate sagt:

      Hallöchen,
      ich hab dir ja auf deinem Blog schon gesagt, dass das Buch meiner Meinung nach nicht ganz so heftig ist. Klar, die Umstände und Gründe sind die gleichen, aber das visuelle fehlt halt.
      Ich bin wirklich gespannt, wie es dir gefällt!

      Liebste Grüße, Kate

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen