»Don’t Kiss Ray« von Susanne Mischke

Nach der Blogtour, die letzte Woche stattfand (hier kommt ihr noch einmal zu den Tourdaten), kann ich euch endlich auch die Rezension zu »Don’t Kiss Ray« präsentieren. So durchwachsen wie das Buch selbst ist, fällt auch meine Meinung dazu aus.

Waffeln zum Frühstück, Shitstorm am Abend
Am Waffelstand eines Musikfestivals lernen Jill und Ray sich kennen und zwischen ihnen funkt es sofort. Leider fällt das verabredete Date einem Gewittersturm zum Opfer und Jill stellt sich darauf ein, dass sie Ray nie wiedersehen wird – nur um später, beim Konzert der Nachwuchsband „Broken Biscuits“, aus allen Wolken zu fallen: Der Leadsänger der Band, dessen Poster (nicht nur) die Wand ihrer besten Freundin schmückt, ist kein anderer als Ray! Und damit nicht genug: „Hallo, Mädchen mit der Puderzuckernase, falls du da bist … Tut mir leid, dass es vorhin nicht geklappt hat. Versuchen wir es morgen noch mal?“, ruft er ins Publikum. Und handelt sich und Jill ungeahnte Probleme ein: Nicht nur, weil Ray laut Vertrag keine Freundin haben darf, sondern vor allem, weil ein fanatischer Fan die beiden fotografiert hat und im Netz eine wahre Hetzjagd lostritt. Jill und Ray müssen sich trennen, bevor ihre Beziehung richtig begonnen hat, doch vergessen können sie sich nicht …

 

Grandioser Einstieg

Zu Beginn war ich noch sehr angetan von »Don’t Kiss Ray«, man könnte auch sagen, ich war begeistert. Die Atmosphäre des Mixtape Festivals war toll und die Protagonistin genau nach meinem Geschmack. Sie ist ein bisschen zynisch und sarkastisch, so schön ehrlich mit sich selbst und ihren Gefühlen und wirkt auf den ersten Seiten durchaus intelligent.

Auch der Schreibstil hat mir zu Beginn sehr zugesagt. Das Buch ist lustig geschrieben, die ersten Seiten fliegen nur so dahin und man kann sich vollkommen in die Festival-Stimmung hineinversetzen. Besonders als Jill und Ray aufeinander treffen, ist die Geschichte kaum an Humor zu überbieten.

 

Charakterliche Rückentwicklung

Doch schon bald werden Jills Gedanken nicht nur beschrieben, sondern ausgeschrieben. Und diese Gedankenflut in Büchern ist leider so gar nicht meins. Und als das nächste Zusammentreffen der beiden durch einen Sturm verhindert wird, beginnt es leider, sich ein wenig zu ziehen.

Jill, die anfangs so direkt und ehrlich mit sich selbst gewirkt hat, wird plötzlich zu einem naiven Mädchen, das sich von einer Ecke in die nächste werfen lässt. Sie verspürt Wut gegen Ray, weil ihm die Band wichtiger zu sein scheint als sie, doch als er sich entschuldigt, nimmt sie diese liebend gern an und die beiden mimen wieder das verliebte Paar. Inklusive, meiner Meinung nach, viel zu verfrühtem „Ich liebe dich“.

Jills Gefühle wirken dadurch leider nicht authentisch. Dieses Hin und Her von Wut zu Liebe kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, vor allem weil es teilweise von einer Buchseite zur nächsten geschehen ist.

 

Die Nebencharaktere bringen’s mal wieder

Die Nebencharaktere können das ganze nicht retten. Denn auch sie wirken eher klischeemäßig und nur eine von Jills Freundinnen hat mir wirklich gefallen. Ihre sogenannte beste Freundin ist von Anfang an nicht erfreut darüber, dass Jill jemanden kennengelernt hat und verhält sich deshalb furchtbar, eigentlich schon ekelhaft.

Rays Freunde haben mir da schon wesentlich besser gefallen, wobei man von denen kein allzu gutes Bild bekommen und sie auch eher die klischeehaften Bandkollegen sind.

 

Fazit

Abschließend kann ich sagen, dass »Don’t Kiss Ray« eine süße Geschichte ist, die ich aber eher etwas jüngeren Lesern als mich selbst empfehlen würde. Sie bietet eine nette Liebesgeschichte mit ein paar mehr oder weniger kitschigen Elementen und Charaktere, die Abwechslung bieten, aber Viellesern wohl schon altbekannt sein werden.

 

lesenswert

 

Infos

»Don’t Kiss Ray« von Susanne Mischke

dtv | 2017 | 320 Seiten

erhältlich als Klappenbroschur eBook

 

 

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