10. Juli 2017

»Der Junge im gestreiften Pyjama« von John Boyne

»Der Junge im gestreiften Pyjama« ist ein Buch, dass man nicht unbedacht lesen sollte. Denn obwohl es aus der Sicht eines neunjährigen Jungen geschrieben ist, liegt dem ganzen eine gewisse Grausamkeit unter, die leider zur Nazi-Zeit gehörte.

 

Die Sorgen eines neunjährigen Jungen

Bruno ist ein gewöhnlicher Junge aus gutem Haus, der am liebsten forscht oder mit Freunden draußen spielt. Als seine Familie umziehen muss, ist seine größte Sorge, dass das neue Haus nicht über eine Treppe verfügt, auf der man so gut runterrutschen kann wie auf der alten. Auch die restlichen Probleme sind kindlich naiv. Er vermisst zum Beispiel seine Freunde, findet das neue Haus nicht groß genug zum Forschen und will sowieso einfach nur nachhause.

Das Lager vor seinem Fenster nimmt er gar nicht richtig als das wahr, was es ist. Er denkt, es wäre eine Siedlung voller Menschen, die immer gleich angezogen sind. Er beneidet sie darum, dass sie den ganzen Tag in gestreiften Pyjamas herumlaufen können. Und gleichzeitig fragt er sich, wieso sein Vater, der Komandant, und die anderen Soldaten die Siedlung ständig besuchen, die Leute in den Pyjamas aber nie bei ihnen im Haus vorbeischauen.

 

Die Nazi-Zeit durch Kinderaugen

Es gibt viele von diesen Situationen. Situationen, die dem Leser aufgrund des Wissens um die Nazi-Zeit ein Graus sind, die Bruno aber überhaupt nicht so wahrnimmt. Er sieht alles aus den Augen eines Kindes, das kein Leid kennt. Er versteht nicht, wieso sein neuer Freund im gestreiften Pyjama unterernährt ist, wieso er ungern über sein „Zuhause“ spricht, wieso er sich solche Sorgen macht, als sein Vater mit den Soldaten geht, aber nicht mehr zurückkommt.

Auch das Ende verdeutlicht noch einmal den Schrecken dieser Zeit.

 

Fazit

Abschließend lässt sich nur sagen, dass »Der Junge im gestreiften Pyjama« ein Buch ist, das bewegt. Durch die kindliche Sicht eines neunjährigen Jungen fließt die Handlung dahin und verliert einerseits einen Teil seines Grauens, bringt andererseits ein ganz anderes Grauen mit sich. Dieses Buch berührt, das Ende nimmt einen mit und bringt einen zum Nachdenken. Besser hätte man so ein schwieriges Thema nicht rüberbringen können.

 

 

aufwühlendes Leseerlebnis

 

 


 

»Der Junge im gestreiften Pyjama« von John Boyne

Fischer | 2009 | 288 Seiten

Einzelband | Originaltitel: The Boy in the striped Pyjamas

erhältlich als Hardcover | Geschenkbuchausgabe | TaschenbucheBook

 


2 Comments

  • Lisa-Marie sagt:

    Ich hatte mich schon sehr auf deine Meinung zu diesem Buch gefreut. Ein wirklich schöner Beitrag geschrieben und es ist Buch welches jeder gelesen haben sollte.
    Mich hat das Ende damals sehr bewegt und ich kann dir auch nur zustimmen das der Autor es gut dargestellt hat.

    • Kate sagt:

      Vielen Dank! So ein Lob hör ich gerne 🙂
      Ja, das Ende ist wirklich bewegend. Daran merkt man, wie wenig Ahnung die Gefangenen auch hatten. Einfach schrecklich!

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