17. Juli 2017

»Der Pinguin meines Lebens« von Tom Michell

Als ich in der Ausbildung in die Biografie-Abteilung gekommen bin, habe ich dort so einige interessante Bücher entdeckt. Unter anderem hat mich Der Pinguin meines Lebens sehr angesprochen. Geschichten über die Freundschaft zwischen Menschen und Tieren haben mir schon immer gefallen und rühren mich meist sehr.

Eine wahre und herzergreifende Freundschaftsgeschichte zwischen Mensch und Pinguin, wie es sie noch nie gab.

Der junge Lehrer Tom Michell geht mit 21 nach Südamerika, bereist Urugay und heuert dann in Argentinien als Lehrer in einem Internat an. Was er sucht, ist das ganz große Abenteuer. Womit er nicht rechnet, ist ein Pinguin, der sein Leben verändern soll.

Als Tom Michell einen Pinguin mit ölverschmiertem Gefieder am Strand von Uruguay findet und beschließt, ihn mitzunehmen um das Öl zu entfernen, ahnt er noch nicht, dass der watschelnde Zeitgenosse nicht nur sein Leben vollkommen auf den Kopf stellen wird. Michell beschließt, den Pinguin mit nach Argentinien zu nehmen und tauft ihn Juan Salvador: „Ich betete, dass der Pinguin überleben würde. Ich hatte ihm in diesem Augenblick einen Namen gegeben, und mit diesem Namen begann eine enge Verbundenheit, die ein Leben lang halten sollte.“

Der Pinguin zieht auf Tom Michells Terasse ein. Für den jungen Lehrer wird er ein treuer Freund, für seine Schüler zum Pinguin des Vertrauens. Pinguine sind nämlich nicht nur wahnsinnig niedlich, sondern auch hervorragende Zuhörer …

 

Der Pinguin meines Lebens hat sehr vielversprechend begonnen. Man erfährt direkt die Geschichte, die dazu führte, dass Tom plötzlich einen Pinguin als Begleiter hatte, der nicht mehr von seiner Seite wich. Die Umstände sind etwas bedrückend, denn der Pinguin, Juan Salvado, wäre beinahe gestorben; und das durch von uns Menschen verschuldete Umweltverschmutzung.

Doch Tom hilft dem kleinen Pinguin, bringt ihn zu sich nachhause, was natürlich ein kleiner Machtkampf ist, und säubert sein von Teer verklebtes Gefieder.

 

Der Beginn einer unwahrscheinlichen Freundschaft

Von da an beginnt die Geschichte der beiden und es wird ziemlich schnell klar, dass sich beide noch nicht vom jeweils anderen trennen wollen. Bei Juan wird das schneller deutlich, da er Tom einfach immer hinterherläuft und es wohl nicht hinnehmen möchte, dass dieser ihn einfach wieder am Meer aussetzen möchte.

Aber auch Tom findet immer wieder Gründe, warum er den Pinguin noch nicht sich selbst überlassen kann. Ob es das möglicherweise nicht mehr wasserabweisende Gefieder ist oder die am Strand gestorbenen Artgenossen des Vogels.

Die beiden wirken von Beginn an wie ein eingespieltes Team, was mich sehr gerührt hat. Sie verbindet etwas ganz besonderes, das man als Außenstehender vielleicht nicht ganz nachvollziehen kann.

Juan und Toms Geschichte ist sehr schön und man verfolgt sie gerne mit, weil sie so außergewöhnlich ist.

 

Der Pinguin – der wahre Star des Buches?

Aber leider gab es auch in diesem Buch ein paar Stellen, die sich etwas gezogen haben. Als Tierliebhaber hat mich natürlich am meisten Juan Salvado, der Pinguin, interessiert. Nur wegen ihm wollte ich das Buch lesen. Es gab allerdings auch viele biographische Kapitel, in denen man mehr über die Vergangenheit des Autors kennen gelernt hat.

Tom Michell ist ein interessanter Mann – ohne Frage. Es passiert schließlich nicht jedem, dass er einen Pinguin rettet und dieser zu seinem besten Freund wird. Aber mich haben diese Aspekte seines Lebens einfach nicht sonderlich interessiert.

 

Fazit

Der Pinguin meines Lebens wird so einige Tierliebhaber von sich überzeugen können, denn die Geschichten über den kleinen Pinguin sind einfach bezaubernd. Man sollte sich aber darauf einstellen, dass nicht nur der Pinguin im Fokus steht – und dass man vielleicht ein/zwei Tränchen verdrücken muss.

 

 

lesenswert

 

 


 

»Der Pinguin meines Lebens« von John Boyne

Fischer | 2016 | 256 Seiten

Einzelband | Originaltitel: The Pinguin Lessons

erhältlich als TaschenbucheBook

 


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