14. August 2017

»The Mistake« von Elle Kennedy

Nachdem ich von »The Deal« so begeistert war (dieses Buch gehört für mich zu den besten New Adult-Romanen), wollte ich schon seit langem die Fortsetzung lesen. Aus einer Laune heraus ist es jetzt endlich soweit, aber eines kann ich euch schon mal sagen: Noch nie hat ein zweiter Band bei mir so schlecht abgeschnitten.

 

Kurzbeschreibung

In »The Mistake« geht es um Grace und Logan, die sehr unterschiedlich sind. Grace ist eine pflichtbewusste Studentin, die abgesehen von Hand anlegen noch recht unterfahren ist.

Logan ist in die Freundin seines besten Freundes (Das Pärchen aus Band 1) verliebt und versucht sich durch möglichst viel Sex mit möglichst vielen Mädchen von ihr abzulenken.

Obwohl es unwahrscheinlich ist, treffen die beiden aufeinander und eine Achterbahn der Gefühle entsteht.

 

P O S I T I V E S

Eine tolle Protagonistin

Grace ist eine interessante Protagonistin. Obwohl sie durch ihre Unschuld eher klischeehaft ist, finde ich ihre Schüchternheit erfrischend. Mit einem so gut aussehenden Mann wie Logan zu sprechen, macht sie nervös, dennoch wirkt sie irgendwie selbstsicher. Das macht sie und ihre Entscheidungen meist nachvollziehbar.

 

Das Gerüst um die Protagonistin

Auch Grace‘ Hintergrund macht neugierig. Ihre Eltern sind getrennt, der Vater lebt im gleichen Ort, die Mutter in Frankreich. Beide verstehen sich noch gut, obwohl sie sehr unterschiedlich sind.

Grace‘ Vater ist Professor und der spießige Part. Er ist auch gegen Männerbekanntschaften seiner Tochter und etwas konservativer Ansicht. Ihre Mutter hingegen ist ein richtiger Freigeist und Künstlerin.

 

N E G A T I V E S

Schon zu Beginn ein Dämpfer

Die Geschichte beginnt mit einer Szene aus Logans Sicht, die noch Lust auf mehr macht. Doch dann wechselt es zu Grace und schon der erste Absatz lässt einen die Augen verdrehen. Denn die erste Information, die man über die Protagonistin erfährt, ist, dass sie noch Jungfrau ist. Und das wird fünf mal (wenn das überhaupt reicht) im ersten Absatz erwähnt.

Und das finde ich extrem klischeehaft und übertrieben. Das Protagonistinnen unschuldig sind, ist schön und gut. Das darf gerne auch so sein, denn im realen Leben gibt es viele solcher Mädels, aber wieso muss daraus immer so ein großes Ding gemacht werden?

 

Licht und Schatten

Logan wirkt im Gegensatz zu Grace eher langweilig. Er ist übertrieben machomäßig und wirkt charakterlich langweilig. Abgesehen von seinen familiären Problemen, die voll dem New Adult-Klischee entsprechen, hat Logan keine Ecken und Kanten. Er wirkt sehr blass.

Und was soll dieses ständige Zwinkern und Kichern? Leider zieht Logan auch Grace in diesen Schatten. Durch ihn verliert sie das Besondere und wird beinahe zum Weibchen.

 

Potenzial nicht voll ausgeschöpft

Bei den positiven Punkten habe ich Grace‘ Eltern erwähnt. Leider gibt es beim Vater auch ein paar Aspekte, die ich nicht so gelungen finde. Zum Beispiel seine Stellung als Professor an Grace‘ und Logans Universität kommt meiner Meinung nach viel zu kurz. Da hätte es Potenzial zu mehr Konflikten gegeben.

Genauso wie seine Meinung Jungs gegenüber. Denn schon zu Beginn wird erwähnt, dass Grace sehr von ihrem Vater behütet wird und er es gar nicht gerne sieht, wenn sie mit einem Jugngen ausgeht, geschweige denn, bei ihm übernachtet. Das wurde später aber gar nicht mehr erwähnt.

 

Wo bleibt die Romantik?

Bevor ich auf diesen Punkt eingehe, möchte ich darauf hinweisen, dass in diesem Absatz womöglich etwas mehr über den Inhalt erzählt wird.

Achtung: Spoiler!

Als ich gelesen habe, dass Logan in die Freundin seines besten Freundes verliebt ist, habe ich mich auf einen romantisch, kitschigen Moment gefreut, in dem ihm klar wird, dass er sich nicht nur mit Grace ablenkt, sondern Gefühle für sie hat.

Leider war dieser Moment alles andere als romantisch oder kitschig. Er kam viel zu schnell und wirkte vollkommen nebensächlich. Sehr schade!

Spoiler Ende!

 

Sex, wohin man sieht

Vielleicht liegt es momentan an mir oder der Sex in Büchern nimmt gerade wirklich Überhand. Auch in »The Mistake« hat er mehr als eine große Rolle gespielt. Und es war kein normaler Sex, sondern wieder so ein »Ich liebe dich, du bist so geil«-Sex wie ich es in meinem Beitrag zu Klischees in Büchern beschrieben habe.

 

Welche Probleme?

Zum Schluss blieben nur noch Logans Probleme übrig. Nur sie standen noch zwischen ihm, Grace und ihrer gemeinsamen Zukunft. Schon während dem Lesen hielt ich die Probleme nicht für ein so großes Hindernis wie es gemacht wurde. Umso überraschender war es dann, dass diese großen, unüberwindbaren Probleme fast schon mit einem Fingerschnipsen gelöst werden können.

Das ging für mich zu leicht.

 

 

Fazit

Ihr könnt sehen, dass die negativen Punkte weit überwiegen. Dementsprechend ist mein Gefühl bei diesem Buch auch eher negativ. Was sehr schade ist, weil ich den ersten Band der Reihe sehr mochte. Aber die Charaktere konnten diesmal nicht überzeugen, der Konflikt hat nicht ausgereicht, um für Spannung zu sorgen und die Romantik blieb fast vollkommen aus. Für mich wichtige Punkte sind dadurch zu kurz gekommen, weshalb ich das Buch nicht weiterempfehlen würde.

 

 

Fehlgriff

 

 

Rezensionen anderer Blogger

Bücherquatsch | Valaraucos Buchstabenmeer

 

Weitere rezensierte Bücher der Autorin

 

 


 

»The Mistake« von Elle Kennedy

Piper | 2016 | 368 Seiten

Reihe: Off-Campus (Band 2) | Originaltitel: The Mistake

erhältlich als Taschenbuch | eBook

 


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen