»fair game« von Monica Murphy

 

Kurzbeschreibung

Jade und Shep treffen auf einem illegalen Pokerabend aufeinander. Jades Freund ist dabei, seinen gesamten Einsatz zu verlieren. Um ihm noch eine Chance zu geben, bietet Shep ein Spiel um alles oder nichts an und besteht dabei auf Jade als Einsatz.

Jade ist davon natürlich nicht begeistert, aber sie geht Shep einfach nicht mehr aus dem Kopf, also verlangt er immer wieder von ihr, die Wettschuld ihres Freundes zu begleichen.

 

P O S I T I V E S

Schneller Einstieg

Man wird direkt in die Handlung geschmissen. Es gibt kein Vorgeplänkel, keine ewige Einführung, sondern startet direkt beim Abend der Wette. Das hat mir gut gefallen, denn genauso schnelllebig ist die Geschichte auch danach. Sie zieht sich (zumindest anfangs) kein einziges Mal.

 

Eine Protagonistin nach meinem Geschmack

Jade ist meiner Meinung nach eher ungewöhnlich für dieses Genre. Denn sie ist nicht unschuldig und schüchtern. Sie redet, wie ihr der Mund gewachsen ist, hält sich eher weniger zurück und weiß ziemlich genau, was sie will.

Meistens ist das Ziel, dass sich die Protagonistin genau in diese Richtung entwickelt, aber Jade ist schon an dieser Stelle. Darauf, wie sie sich weiterhin entwickelt, komme ich später noch zu sprechen.

 

Spaß am Lesen

Eines muss man diesem Buch lassen: Ich hatte viel Spaß beim Lesen. Immer wieder habe ich mich darauf gefreut, das Buch wieder zur Hand zu nehmen, Jade und Sheps Geschichte weiterzuverfolgen.

Und das trotz der Klischees, die definitiv präsent sind. Aber irgendetwas an dem Schreibstil war so mitreißend, dass die Klischees okay waren.

 

 

N E G A T I V E S

Sex sells?

Während »fair game« anfangs wirklich noch überzeugen und mitreißen konnte, wurde ungefähr in der Mitte plötzlich ein Schalter umgelegt. Auf einen Schlag wurde der Fokus von der Beziehung der Protagonisten genommen und auf ihr körperliches Miteinander gelegt. Auf gut deutsch: Es ging nur noch um Sex.

Es wurde so oft und so ausführlich beschrieben, dass ich diese Seiten irgendwann einfach nur noch übersprungen habe. Wieso muss immer alles bis ins kleinste Detail beschrieben werden? Andeutungen reichen an vielen Stellen meiner Meinung nach aus. Man braucht nicht zehn mal eine ausführliche Beschreibung von zig Sexstellen.

 

Eine Art von Zuneigung

Zu diesem Thema habe ich schon vor kurzem in dem Beitrag über Klischees in Büchern geschrieben. Ich finde es furchtbar, dass in Büchern häufig Zuneigung durch Sex gezeigt wird. Leider ist genau das in »fair game« der Fall. Die Protagonisten mögen sich, nehmen das teilweise noch gar nicht richtig war und sagen es sich vor allem nicht. sie »zeigen« es lediglich durch körperliche Interaktion.

 

Das Orgasmus-»Problem«

Ich habe schon erwähnt, dass die Protagonistin nicht unschuldig ist und mir das gut gefällt. Sie scheint dennoch ein Laster zu brauchen, um funktionieren zu können. Dieses Laster ist so lächerlich, dass ich kurzzeitig überlegt habe, das Buch abzubrechen.

Jade hat ein Orgasmus-Problem. Sie kann mit Männern, also beim Sex, keinen Orgasmus bekommen, sondern nur, wenn sie sich selbst befriedigt.

Ernsthaft?! Das ist ein Problem?

Tatsache ist, dass es vielen Frauen so geht, dass das normal ist und nicht in einem Buch als Problem dargestellt werden sollte.

Anyway, falls ihr unter diesem »Problem« leidet: gebt die Hoffnung nicht auf, zufällig weiß ich aus sicherer Quelle, dass euch ein heißer College-Student schon beim ersten gemeinsamen Sex davon »heilen« kann!

 

Wo ist die Powerfrau?

Bei den positiven Punkten habe ich erwähnt, dass ich Jade wirklich toll finde, weil sie so spritzig und schlagfertig ist. Die normale Entwicklung einer Protagonistin ist normalerweise: Vom schüchternen Mäuschen zur Powerfrau.

Bei Jade ist es genau andersrum. Sie ist anfangs die knallharte Powerfrau und entwickelt sich schon beinahe zu einem Weibchen. Der Epilog treibt das auf die Spitze, weil … Achtung Spoiler … Jade als backende Hausfrau erinnert. Dabei war das Backen vorher nie ein Thema.

 

 

Fazit

Ich glaube, aus meiner Rezension kann man gut herauslesen, dass mir das Buch anfangs gut gefallen hat, dass ich viel Spaß beim Lesen hatte.

Ab einem gewissen Punkt ist die gesamte Geschichte aber so dermaßen abgestürzt, dass ich das Buch nur bedingt empfehlen kann. Für mich hat es sich leider als Fehlgriff herausgestellt.

 

Fehlgriff

 

Infos

»fair game« von Monica Murphy

Heyne | 2017 | 448 Seiten

Reihe: fair game (Band 1) | Originaltitel: fair game

erhältlich als Taschenbuch | eBook

 

Wie sind euch die Protagonistinnen in Romanen am Liebsten?

 

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