24. August 2017

Die Schreibnacht-Jubiläumsblogtour
Interview mit Kat Reid

Das Schreibnacht-Forum gibt es jetzt tatsächlich schon seit vier Jahren. Ganz so lange bin ich zwar noch nicht dabei, aber es ist tatsächlich zu einem wichtigen Bestandteil meines Lebens geworden – mal mehr, mal weniger. Ich habe dort gelernt, mich und meine Projekte ernster zu nehmen, habe neue Freunde gefunden und unglaublich viel Unterstützung im Schreiben.

Deshalb freue ich mich sehr, dass wir dieses Jubiläum feiern können und fühle mich umso geehrter, dass ich bei der Jubiläumsblogtour dabei sein darf. Um nicht nur die Schreiberlinge unter uns, sondern auch die Leser zu unterhalten, gibt es heute das Interview mit dem Special Guest, der für die Schreibnacht morgen angekündigt ist.

Falls ihr euch also fragt, was die Schreibnacht für Kat Reid bedeutet und was es mit ihrem Debüt auf sich hat, könnt ihr sie heute ein bisschen näher kennen lernen.

 

Hier geht’s zu den anderen Blogtour-Teilnehmern

19.08.2017 – »Interview mit Jennifer Jäger« beim Schreibnacht-Magazin

20.08.2017 – »Was kann die Schreibnacht dir bieten?« bei Sarah Ricchizzi

21.08.2017 – »Erste Erfahrungen« bei Patricia Bellasie

22.08.2017 – »Vom Einzelgänger zum Comunity-Schreiber« bei Irina Vérène

23.08.2017 – »Glücksmomentsammlung« bei Paulina writes

24.08.2017 – »Interview mit Kat Reid« bei mir

25.08.2017 – Abend der Schreibnacht

26.08.2017 – »Der Tag danach«

 

Zu Beginn möchte ich Kat Reid ein ganz herzliches Dankeschön aussprechen! Sie war so nett, sich ein bisschen Zeit für meine Fragen zu nehmen. Falls eine eurer Fragen noch nicht beantwortet sein sollte, habt ihr morgen von 20 Uhr bis 21 Uhr die Gelegenheit, Kat Reid im Schreibnacht-Forum auszuquetschen.

 

Liebe Kat, stell dich doch mal kurz vor.

Copyright: Sebastian Muxeneder

Copyright: Sebastian Muxeneder

Mein Name ist Kat, ich bin 28 Jahre alt und wahnsinnig schlecht darin, etwas über mich selbst zu erzählen. Ich schreibe leidenschaftlich gerne, wobei ich meinen Protagonisten gerne das Herz zerfetze und ihre Welt zertrümmere. Wenn ich nicht gerade schreibe (oder Literaturwissenschaften studiere – auch das tue ich noch), findet man mich meist auf der Koppel bei den zwei tollsten Pferden der Welt. Und auch auf dem ein oder anderen Rock-/Metalkonzert trifft man mich ganz gerne mal.

 

Wir feiern ja das Schreibnacht-Jubiläum. Also wie bist du zur Schreibnacht gekommen?

Puh, daran erinnere ich mich gar nicht mehr so genau. Ich glaube, ich bin über Twitter darauf aufmerksam geworden. Die Idee fand ich sofort großartig und nach einigen Anläufen und technischen Schwierigkeiten mit dem alten Forum, konnte ich mich irgendwann auch tatsächlich registrieren 😀

Das ist jetzt über zwei Jahre her, fast drei sogar, und ich kann mir ein Leben ohne die Schreibnacht kaum noch vorstellen.

 

Und wie hat die Schreibnacht dir beim Schreiben (vielleicht sogar deines Debüts) geholfen?

„Dark Wings“ habe ich bereits vor vier Jahren geschrieben, da kannte ich die Schreibnacht noch nicht. Aber sie hat mir insofern geholfen, mich konsequent auf meinen Hintern zu setzen und das Manuskript zu überarbeiten. Insgesamt hat sich meine Schreibroutine verbessert, seitdem ich Mitglied bei der Schreibnacht bin. Der Austausch mit anderen Schreiberlingen im Forum ist einfach unglaublich inspirierend und hilfreich.

 

Erzähl doch gleich mal etwas über dein Debüt.

„Dark Wings“ ist eine Fantasy Romance. Es geht um Fio und Zac. Es passieren viele Dinge und noch mehr Dinge, die wiederum zu anderen Dingen führen … Okay, man merkt, es ist total (nicht) mein Ding, Pitches zu schreiben 😀

Euch zuliebe probiere ich es jetzt nochmal (und widerstehe der Versuchung, einfach den Klappentext zu kopieren): „Zac ist alles, wovon Fio sich fernhalten will: gutaussehend, mysteriös und mit ein paar Leichen im Keller. Doch dann rettet er sie vor zwei Angreifern, und Fio findet heraus, dass sie Teil seiner dunklen Geheimnisse ist und ihre Vergangenheit mehr mit seiner verbunden, als sie je geahnt hätte.“

So, das ist Beweisstück A für meine Unfähigkeit, Kurzzusammenfassungen zu schreiben. Deswegen gibt es jetzt doch noch den offiziellen Klappentext: „Fio weiß, dass sie besser die Finger von dem heißen Typen lassen sollte, den sie auf ihrem Heimweg in der U-Bahn kennenlernt. Als er jedoch wenig später ihr Leben vor zwei Angreifern rettet und sie im Gegenzug um ein Date bittet, kann sie ihrem Retter den Wunsch nicht ausschlagen. Sie ahnt nicht, dass Zac sie nur als Mittel zum Zweck sieht – und dass ihre Vergangenheit ein düsteres Geheimnis birgt, das sie nur mit seiner Hilfe aufdecken kann. Denn die Attacke war kein Zufall, und nicht nur Fios Leben, sondern auch ihre Seele ist in Gefahr …“

 

Am Montag bekommt ihr brandheiß meine Rezension zu »Dark Wings«!

 

Wie gehst du beim Schreiben vor? Schreibst du nach Plan oder wann es gerade reinpasst? Brauchst du ein bestimmtes Ritual oder einen bestimmten Ort?

Ich versuche nach Plan zu schreiben. Das klappt nicht immer, weil das echte Leben halt oft mal dazwischenfunkt und beispielsweise Prüfungen, Arbeit etc. einfach Priorität haben (leider). Aber im Großen und Ganzen halte ich es so, dass ich mir immer am Wochenende einen Plan für die kommende Woche mache, wann ich an welchem Tag schreibe. Und zusätzlich versuche ich auch an Tagen, an denen ich keine Lücke finde, direkt nach dem Aufstehen eine halbe Stunde zu schreiben.

Ein Ritual oder einen bestimmten Ort brauche ich dazu nicht. Ich kann so gut wie überall schreiben – inzwischen, dafür war ein bisschen Übung nötig.

 

Was tust du gegen Schreibblockaden?

Ich glaube nicht an Schreibblockaden bzw. nicht in dem Sinn, dass man aus irgendwelchen mysteriösen Gründen plötzlich blockiert ist. Dafür glaube ich an „keine Zeit“, „keine Lust“, „ich hab mich im Plot verrannt“ und „ich hab das Ding an die Wand geschrieben.“ Wenn ich nicht schreiben kann oder „blockiert“ bin, hat das immer einen Grund. Manchmal liegt der außerhalb des Schreibens, wie zum Beispiel privater Stress, meistens liegt es aber an der Geschichte selbst. Wenn ich nicht schreiben kann, heißt das, dass etwas falsch läuft, ich irgendwo in der Story die falsche Abzweigung genommen habe, ein Protagonist nicht innerhalb seiner charakterlichen Gegebenheiten handelt etc. Also begebe ich mich auf die Suche nach dem Knoten, um ihn zu lösen – und dann wieder weiterschreiben zu können.

 

Schreibst du nur im Fantasy-Bereich oder reizen dich auch andere Genres?

Eigentlich schreibe ich keine reine Fantasy, sondern Romanzen in allen Facetten – eben mal mit und mal ohne Fantasy. Ob ich jemals ganz ohne einen romantischen Handlungsstrang auskommen werde … hm, ich vermute nicht.

 

Stehen bereits neue Projekte an und wenn ja, magst du etwas darüber verraten?

Es stehen immer Projekte an. Generell hab ich viel mehr Ideen als Zeit, um alle aufzuschreiben. Verraten kann ich auf jeden Fall, dass es romantisch und herzzerreißend dramatisch wird.

 

Wäre für dich Selfpublishing infrage gekommen bzw. kommt es zukünftig für dich infrage?

Hm, das ist eine schwierige Frage. Auf der einen Seite bewundere ich Selfpublisher und betrachte es als einen guten, wenn auch harten Weg, aber man sollte auch der Typ dafür sein. Ich für meinen Teil habe lieber einen Verlag im Rücken, hatte Selfpublishing aber immer als Alternative im Hinterkopf für den Fall, dass es mit dem Verlag nicht geklappt hätte. Und auch jetzt schließe ich nicht kategorisch aus, dass ich irgendwann mal etwas im Selfpublishing veröffentlichen werde.

 

Was waren bisher deine tollsten Erfahrungen als Autorin?

Puh, das ist eine gute Frage … 1. Als eine meiner Testleserinnen eigentlich mitten in der Prüfungsphase war und „nur mal kurz“ in mein Manuskript reinschauen wollte. Sie wollte es eigentlich erst nach den Prüfungen lesen. Tja. Nach zwei Tagen war sie durch, weil sie nicht mehr aufhören konnte. 2. Als die Zusage für „Dark Wings“ kam. Diesen Moment werde ich vermutlich nie wieder vergessen. 3. Als Jennie auf mich zukam und mich gefragt hat, ob ich Lust hätte, Special Guest bei der Schreibnacht zu werden. Das ist etwas, was ich mir insgeheim immer gewünscht hatte, womit ich aber trotzdem nie gerechnet hätte.

Ich hoffe auch sehr, dass die 44. Schreibnacht eine dieser tollsten Erfahrungen wird. 🙂

 

Wie gut kannst du mit Kritik umgehen?

Ganz gut, denke ich. Nur durch Kritik wird man besser, und solange sie sachlich formuliert ist, ist das kein Thema für mich, sondern ich schaue immer, was ich daraus mitnehmen kann. Ich betrachte Kritik als großartige Möglichkeit, mich und meine Projekte zu verbessern. Klar tut es im ersten Moment auch mal weh, das darf es meiner Meinung nach auch, aber letztlich ist Kritik immer hilfreich und sollte einen anregen, das eigene Werk zu hinterfragen. Ob man jede Kritik annimmt, steht wiederum auf einem anderen Blatt Papier.

 

Ist bzw. war Autorin dein Traumberuf?

Ja und nein. Inzwischen ist Autorin mein Traumberuf, das war aber nicht immer so. Ich hab erst mit Anfang 20 angefangen zu schreiben. Davor hatte ich gar keinen richtigen Traumberuf, sondern habe immer meine Nische gesucht. Und als Kind wollte ich Tierärztin werden und auch mal Rockstar.

 

Welchen Tipp willst du angehenden Autoren mit auf den Weg geben?

Niemals aufgeben. Immer weitermachen. Immer weiter verbessern und an sich selbst arbeiten. Sich Kritik zu Herzen, aber niemals persönlich nehmen. Und sich die Anforderungen von Verlagen und Agenturen ganz genau durchlesen und die Unterlagen entsprechend aufbereiten, bevor man sein Manuskript anbietet. Es ist nicht besonders erfolgsversprechend, einem Erotikverlag ein Kinderbuch anzubieten. Nur als krasses Beispiel.

 

Und zu guter letzt eine wichtige Frage für ein paar Schreibnacht-Mitglieder: Bist du Team Marshmallow oder Team Stockbrot?

Oh, die Antwort auf diese Frage kann Kriege auslösen! Ich gestehe, ich mag weder das eine noch das andere besonders. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, wäre ich im Team Stockbrot. 😀

 

Noch einmal vielen lieben Dank für die tollen Antworten. Gerade die schönen Erfahrungen haben mir besonders gut gefallen und ich kann mir vorstellen, wie wundervoll sie sich anfühlen müsse. Ein bisschen neidisch bin ich vielleicht auch 😉

Mit diesem anregenden und motivierenden Interview wünsche ich allen Schreibnächtlern eine erfolgreiche 44. Schreibnacht morgen. Allen anderen hat das Interview hoffentlich auch gefallen.

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