23. Oktober 2017

»Lied der Krähen« von Leigh Bardugo

Von der englischen Ausgabe dieses Buches habe ich auf diversen Blogs schon viel gehört – vor allem viel Gutes. Aber irgendwie hat es mich erst angesprochen, als ich bei der Fantasy AG von Knaur am Mediacampus war und die Lektorin dort selbst von dem Buch berichtet und richtig geschwärmt hat. Also habe ich es mir kurzerhand angefragt und direkt mit dem Lesen begonnen.

 

Klappentext

Ketterdam – pulsierende Hafenstadt, Handelsmetropole, Tummelplatz zwielichtiger Gestalten: Hier hat sich Kaz Brekker zur gerissenen und skrupellosen rechten Hand eines Bandenchefs hochgearbeitet. Als er eines Tages ein Jobangebot erhält, das ihm unermesslichen Reichtum bescheren würde, weiß Kaz zwei Dinge: Erstens wird dieses Geld den Tod seines Bruders rächen. Zweitens kann er den Job unmöglich allein erledigen …

Mit fünf Gefährten, die höchst unterschiedliche Motive antreiben, macht Kaz sich auf in den Norden, um einen gefährlichen Magier aus dem bestgesicherten Gefängnis der Welt zu befreien. Die sechs Krähen sind professionell, clever, und Kaz fühlt sich jeder Herausforderung gewachsen – außer in Gegenwart der schönen Inej … Quelle: Knaur

 

P O S I T I V E S

Ausgefeilte Charaktere

Ich habe selten ein Buch gelesen, in dem die Charaktere so unterschiedlich und doch so stimmig sind. Ich bin beinahe überwältigt davon, wie sehr sie bis ins kleinste Detail ausgefeilt sind. Das wird schon zu Beginn durch kleine Regungen, Handlungen und Gesten klar, aber auch später durch die vielen Rückblenden, in denen man die Charaktere besser kennen lernt, wird deutlich, dass all die Personen einfach echt sind. So gut gezeichnete Charaktere sind selten.

 

Fantastisches Setting

Wie die Charaktere beinhaltet auch das Setting viele einzigartige Merkmale. Von den Unterschieden zwischen Ober- und Untersicht bis zu den unterschiedlichen Ländern und Merkmalen der Landsleute wirkt alles perfekt abgestimmt. Anfangs ist es mir etwas schwer gefallen, mich mit all den unterschiedlichen Nationen zurechtzufinden, doch durch die im Buch enthaltene Karte, kann man sich immer wieder einen Überblick verschaffen.

 

Viel Unerwartetes

Obwohl ich eigentlich absolut keine Vorstellungen über »Das Lied der Krähen« hatte, muss ich sie unterbewusst wohl doch gehabt haben. Denn so einige Begebenheiten haben mich wirklich überrascht. Zum Beispiel hatte ich nicht damit gerechnet, dass dieses Buch so erwachsen sein würde. Es war teilweise unerwartet brutal, die Charaktere hart, wenn auch gefühlvoll.

Auch die vielen Wendungen waren eine Überraschung, weil ich schon lange kein Buch mehr gelesen habe, in dem sie so geschickt eingeflochten waren, dass einem nicht der Kopf schwirrte, man aber trotzdem der Lösung entgegenfieberte.

 

Unterschiedliche Sichten

Da in »Das Lied der Krähen« so viele unterschiedliche Charaktere ihren Platz finden, könnte man meinen, dass es kompliziert wäre, sie auseinanderzuhalten. Tatsächlich war das aber nicht der Fall. Obwohl es mich oft verwirrt, wenn aus mehreren Sichten erzählt wird und diese sich immer wieder abwechseln, ist es mir hier gar nicht so gegangen. Die Perspektiven sind einfach so gut umgesetzt, dass immer genau klar ist, um wen es gerade geht. So hat man ein noch besseres Gefühl für die Charaktere entwickelt.

 

N E G A T I V E S

Schwerer Einstieg

Mir ist es tatsächlich etwas schwer gefallen, in das Buch hereinzufinden. Nach dem ersten Kapitel saß ich völlig ratlos da, weil ich noch kein Gefühl für die Welt hatte und mir das Wort Grisha auch fremd war. Auf Twitter habe ich gelesen, dass es anderen wohl auch so ging. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Grisha-Reihe, zu der »Das Lied der Krähen« ein Spin-Off ist, nicht gelesen habe und mir deshalb ein bisschen Vorinformation fehlt.

Aber dieses Gefühl der Ratlosigkeit legte sich recht schnell wieder. Schon ab dem zweiten oder dritten Kapitel habe ich allmählich ein Gefühl für die Barrels und die Charaktere entwickelt und es hat auch nicht viel länger gedauert, bis ich mitgefiebert habe.

 

 

Fazit

Tatsächlich braucht die Geschichte ein bisschen, bis sie wirklich in Schwung kommt. Doch dann gibt es kein Halten mehr. Die stimmigen und so real wirkenden Charaktere lassen einen nicht mehr los, die fantastische Kulisse entführt einen in andere Welten und die Spannung sorgt dafür, dass man die Fortsetzung kaum erwarten kann.

 

 

tolles Leseerlebnis

 

 

Rezensionen anderer Blogger

Wortmalerei | Letterheart | Leselurch

Brösels Bücherregal | thousand pages of a fangirl

Effi reads | Weltenwanderer

 

 


 

»Das Lied der Krähen« von Leigh Bardugo

Knaur | 2017 | 592 Seiten

Reihe: »Das Lied der Krähen« (Band 1)

erhältlich als Paperback eBook

 


2 Comments

  • Marysol sagt:

    Ahoy Kate,

    in der englischsprachigen Bloggerszene ist das Buch ja schon extrem beliebt, jetzt erobert es also die deutschsprechende Community… Und ich gehöre definitiv auch zu den Fans, denn wow war dieses Buch ungewöhnlich, aufwühlend und fesselnd! Ich liebe diese düstere Stimmung, die abgefahrenen Charaktere, den unkonventionellen Aufbau…

    Ich lasse dann mal liebe Grüße und ganz frech auch meinen Link da, Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2017/10/das-lied-der-krahen.html

    • Kate sagt:

      Hallöchen,
      mir sind auch erst die Rezensionen zu den englischen Ausgaben aufgefallen, aber eigentlich hatte ich nie wirklich Interesse an dem Buch. Ich bin dann erst durch Zufall dazu gekommen und fand es genauso toll wie du 🙂 Ich speicher mir deinen Beitrag mal ab!
      Liebste Grüße ♥

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