17. November 2017

Gefangen zwischen den Genres
Oder: Wie sich der Lesegeschmack ändert

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich vor Jahren zum Lesen gefunden habe. Als Kind war ich nicht wirklich eine Leseratte, das kam erst mit ungefähr 14 Jahren. Dafür habe ich dann in dieser Zeit viele begeisternde Bücher kennen lernen dürfen. Egal ob es meine erste Buchliebe, die Biss-Reihe“, oder später die Revenant-Reihe war. Ich habe mich im Genre Jugendbuch sehr heimisch gefühlt und tolle Ausflüge zu den Liebesromanen gemacht.

 

Vom Genre enttäuscht …

Aber irgendwann wird man älter und die Begeisterung lässt allmählich nach. Die Bücher, die mich umhauen können, werden weniger. Über die Sache mit der Begeisterung habe ich hier schon einmal einen Beitrag geschrieben. Darum soll es heute nicht gehen. Es geht eher um die Frage, wieso ein gesamtes Genre einem scheinbar nicht mehr das gibt, an das man gewohnt ist.

Ich merke selbst, dass mich das Genre Jugendbuch nicht mehr zu 100% erfüllt. Es gibt so viele Bücher mit Potenzial zu Lieblingen und doch fehlt mir oft etwas. Einiges ist zu banal, anderes sehr klischeehaft oder die Charaktere bekannt. Und wenn es doch mal ein neues, innovatives Buch gibt, kann mich das auch nicht zufriedenstellen.

 

Die Suche nach Neuem

Ich habe festgestellt, dass ich mich nach mehr sehne. Ich möchte neues, anderes als das, das ich sonst lese. Keine banalen Jugendbücher mehr, die ich immer noch liebe, sondern ernsteres, anspruchsvolleres. Und doch können mich dann auch diese Bücher nicht fesseln. Die anspruchsvollen Romane, deren Thematik interessant klingt, packen mich nicht, bringen nicht die richtige Art von Spannung für mich auf.

 

Gefangen zwischen den Genres

Ja, ich fühle mich definitiv gefangen. Gefangen zwischen dem Jugendbuch, bei dem ich meine Erwartungen nicht loslassen kann, und Romanen bzw. anspruchsvollerer Literatur, die mich doch nicht auf diese Weise fesseln kann. Mein Leseinteresse ändert sich ganz eindeutig, scheint aber noch nicht wirklich zu wissen, was es möchte. Das nervt mich, weil ich so das Gefühl habe, das Lesen teilweise nicht mehr richtig genießen zu können, weil ich in vielen Büchern nicht das gleiche Vergnügen finde, wie es vor ein paar Jahren gewesen wäre.

 

Fazit

Der Lesegeschmack ändert sich. Der von uns allen. Das ist teilweise ärgerlich, aber normal. Daran ist nichts schlechtes, auch wenn ich momentan eher unglücklich mit dieser Situation bin. Vielleicht muss man sich darauf einfach nur mal einlassen und offen für neues sein. Ich werde das auf jeden Fall mal versuchen und hoffen, dass ich bald aus dieser Schwebe zwischen den Genres herausfinde und Bücher wieder richtig genießen kann.

 

Wie sieht es bei euch aus? Kennt ihr dieses Problem?

2 Comments

  • Madame Lustig sagt:

    Hallo liebe Kate!
    Ich glaube, vor diesem Problem steht jeder von uns früher oder später mal. Irgendwann ist einfach die Luft raus. Ich selbst habe vor Jahren fast nur Fantasy und Dystopien gelesen, weil mich diese ganzen unterschiedlichen Welten fasziniert hatten und ich genoss, wie sie mich aus meinem Alltag herausholten.Was für sehr lange Zeit genau richtig war, funktionierte aber irgendwann nicht mehr für mich. Stattdessen sehnte ich mich nach Geschichten aus dem Leben, die mich berühren, davontragen und wo ich mich mit den Figuren identifizieren kann: meine Liebe zum (fantasyfreien) Jugendbuch war geweckt.Und ich liebe all diese Geschichten immer noch, doch ich merke, dass es mir nicht immer reicht. Sehr häufig verspüre ich Lust, Geschichten über ältere Charaktere zu lesen, weswegen ich mich bereits so einige Male an der sogenannten Erwachsenenliteratur versucht habe, aber das ist gar nicht meins. Zwar sind die Figuren da meistens in meinem Alter, aber die Geschichten doch sehr eindimensional oder langweilig und träge. Für mich fündig geworden bin ich dann im Young und besonders New Adult Bereich. Hier finde ich alltägliche Themen mit aktuellen und oft auch tiefsitzenden Problemen, Figuren zum „anfassen“ und mit einer doch etwas erwachseneren Denke.

    Ich hoffe für dich, dass du bald die Sparte findest, die jetzt gerade für dich die beste ist und wünsche dir ganz viel Spaß beim ausprobieren. 🙂

    • Kate sagt:

      Hallöchen,
      ich bin ja schon ein bisschen erleichtert, dass es nicht nur mir so geht. Genau so, wie du es gerade beschreibst, fühlt es sich für mich auch an. Leider ist New Adult so gar nicht meins, aber ich werde weiter suchen. Irgendwann werde ich schon das richtige finden 🙂

      Liebste Grüße ♥

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