8. Januar 2018

»Berühre mich. Nicht.« von Laura Kneidl

Laura Kneidl verfolge ich schon lange im Internet, weil ich ihre Online-Präsenz sehr sympathisch und motivierend finde. Als ich ihren Roman »Berühre mich. Nicht.« dann gesehen habe, wusste ich sofort: Das muss ich haben! Einfach weil es schon so unfassbar schön aussieht. New Adult ist nicht so meins, das ist mittlerweile bekannt, aber für diese Schönheit wage ich gerne einen erneuten Versuch.

 

Kurzbeschreibung

Sage möchte einen Neuanfang starten. Das ist nur schwer, wenn man all sein Geld in einen alten Van und die meilenweite Fahrt von der Vergangenheit in eine bessere Zukunft gesteckt hat und völlig pleite am College ankommt. Wenn man dann auch noch panische Angst vor Männern hat, macht es das ganze nicht viel leichter.

Und dann muss sie auch noch mit Luca zusammenarbeiten, ein Mann, der all ihre Ängst in sich verkörpert – groß, muskulös mit Tattoos. Doch Lucas Liebe für Bücher und seine sympathische Schwester machen es Sage leicht, sich an die beiden zu gewöhnen und ihnen näher zu kommen. Aber die Vergangenheit und die Angst lassen sie nicht so leicht los.

 

Meine Meinung

Tolle Charakterkonstellation

Ich mag das Grundgerüst der Protagonisten sehr gern. Er als angehender Bibliothekar und sie als leidenschaftliche Schmuckdesignerin – das ist eine Kombi  die gerade nicht angesagter sein könnte und auch mir einfach nur zugesagt hat. Dazu kommt, dass Luca ein Listen-Fanatiker ist (womit wir etwas gemeinsam hätten) und insgesamt irgendwie einfach schrullig ist. Der heiße, tattooverzierte Körper dazu … was will man mehr?

An sich also ein perfektes Duo – wären da nicht zwei Eigenschaften. Zum einen fand ich Sages Angst während des Lesens immer sehr schwierig. Ich lese Bücher mit solch einer Thematik generell nicht so gerne, weil ich mich während des Lesens immer frage: „Würde man so wirklich handeln? Ist das realistisch?“ Und ich kann das nicht beantworten, weil ich mich nicht in Sage hineinversetzen kann. Ich weiß nicht, wie es ist, so eine panische Angst vor Männern zu haben, obwohl man ständig mit ihnen zu tun haben muss. Und diese Grübelei beim Lesen hat mich dann doch häufig gestört.

Die zweite Eigenschaft betrifft Luca, denn – wie sollte es anders sein? – er ist ein Aufreißer. Und ganz ehrlich? Luca ist der perfekte Protagonist! Er ist heiß, er liebt Bücher, ist irgendwie schrullig, aber auch sehr gutmütig. Dieses „heiße“ Aufreißer-Image hat er überhaupt nicht nötig! Ohne diesen kleinen Zusatz hätte ich ihn noch besser gefunden.

 

Ein Nebencharakter mit eigenen Problemen!

Die Handlung fand ich an sich toll. Es ging alles schnell voran und die Seiten flogen nur so dahin. Das Buch hat Spaß gemacht und ich mochte jeden einzelnen Charakter. April, Lucas kleine Schwester, ist die quirlige beste Freundin, die man schon aus vielen anderen New Adult-Romanen kennt. Trotzdem will man hier nicht auf sie verzichten, denn zum ersten Mal hat nicht nur die Protagonistin Probleme, sondern auch Freunde von ihr. Es dreht sich nicht alles nur um Sage, sondern man bekommt auch einen kleinen Einblick in die Gefühlswelt von April. Ich hätte mir zwar gewünscht, dass Aprils angedeuteten Probleme etwas mehr ausgebaut werden, aber darauf kann ich ja im zweiten Band hoffen.

Gemeines Ende gegen Suchtfaktor

Und nun kommen wir zu einem Teil der Geschichte, der mich ratlos zurückgelassen hat: das Ende.

Kennt ihr diese Bücher, die überdramatisch enden? »Berühre mich. Nicht.« ist auch so eines. In der einen Sekunde läuft alles gut. Sage kommt etwas aus sich raus und mehr möchte ich nicht verraten, denn ich will ja nicht spoilern. Es läuft jedenfalls besser als zu Beginn des Romans und dann – PENG! – alles kaputt. Okay, vielleicht bin ich jetzt ein bisschen überdramatisch, aber ihr wisst, was ich meine. Das Ende hat mir die Geschichte ein bisschen … vermiest.

Dennoch ist der Suchtfaktor so extrem, dass ich mich riesig auf die Fortsetzung freue. Ich hoffe einfach, dass ich da mein Happy End bekomme.

 

 

Fazit

»Berühre mich. Nicht.« hat mich sehr zwiegespalten und mit einem Gefühlschaos in mir zurückgelassen. Es gab einiges auszusetzen, aber auch einiges, das ich wirklich, wirklich toll fand (zum Beispiel Sage als Schmuckdesignerin und April als Netflix-Junky). Der Suchtfaktor ist bei diesem Buch jedenfalls gewaltig und lässt einen über die wenigen Kritikpunkte hinwegsehen. Ich freue mich auf Band Zwei, der ja auch schon bald erscheint.

 

 

tolles Leseerlebnis

 

 


 

»Berühre mich. Nicht.« von Laura Kneidl

LYX | 2017 | 462 Seiten

Reihe: »Berühre mich. Nicht.« (Band 1)

erhältlich als Paperback eBook

 


4 Comments

  • Nadine - misshappyreading sagt:

    Hi Kate,
    über das Buch stolpert man derzeit überall. Besonders auf Instagram entkommt man ja gar nicht mehr.
    Ich bin da ein bisschen wie du, New Adult…. I’m not so sure.
    Meine Angst ist immer das mir die Protagonisten zu abgegriffen sind. Der super heiße, intelligente Mann mit hartem Kern aber einem Herz aus Gold und das arme hübsche Mädchen (das selbstverständlich keine Anhnung hat dass die hübsch ist) das sich nicht erobern lassen will…. ach ich weiß auch nicht, das hört sich alles schon so ausgelutscht an.
    Ich werde das Buch weiter verfolgen und mir noch überlegen ob es auf meine Leseliste muss oder nicht.
    Vielen Dank auf jeden Fall für die tolle Rezension.
    Fühl dich gedrückt!
    Nadine

    • Kate sagt:

      Liebe Nadine,
      also die Protagonisten sind hier schon etwas anders als man es aus anderen New Adult-Romanen kennt, aber sie haben auch vieles mit den üblichen Kandidaten gemein.
      Ich bin selbst nicht der größte Fan von New Adult. Wenn du dich noch weniger mit dem Genre anfreunden kannst als ich, dann würde ich dir wahrscheinlich eher von dem Buch abraten 🙂
      Liebste Grüße und selber danke ♥

  • Maja sagt:

    Hallo Kate 🙂

    Während des Lesens habe ich mir auch immer wieder die Frage gestellt, ob das Handeln von Sage so wirklich ‚richtig‘ ist. Wie du schon meintest fällt es einem schwer sich in sie hinein zu versetzen, wenn man selbst so etwas nicht schon mal erlebt hat.

    Das Ende kam so wirklich etwas..abrupt, aber gut..hält wenigstens die Spannung auf Band 2 😀

    Bleibe dir gerne als Leserin da, dein Blog gefällt mir echt gut! 🙂

    Liebste Grüße♥
    Maja

    • Kate sagt:

      Hallöchen,
      genau das ist es, was mich beim Lesen gestört hat. Dass ich Sage einfach nie richtig einschätzen konnte. Aber du hast Recht, spannend bleibt es.

      Das freut mich aber sehr. Danke! ♥

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